Was ist memodio?
memodio ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die seit dem 27. Dezember 2025 im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet ist – als erste App speziell für Menschen mit leichter kognitiver Störung oder beginnender Demenz. Sie läuft auf Smartphone und Tablet (iOS und Android), nicht im Browser. Voraussetzung ist eine entsprechende Diagnose; die Krankenkasse übernimmt dann die Kosten. Aktuell erstatten ausgewählte gesetzliche Krankenkassen die App – eine vollständige Liste steht auf memodio-app.com. (Stand: März 2026)
memodio wurde von der memodio GmbH mit Sitz in Potsdam entwickelt, in enger Zusammenarbeit mit Neurologen und Psychologen. Die App ist ein Medizinprodukt der Klasse I und vorläufig ins BfArM-Verzeichnis aufgenommen – das bedeutet: Die Grundlage ist eine randomisiert-kontrollierte Studie mit 140 Teilnehmenden, der endgültige Wirksamkeitsnachweis steht noch aus. Die Steuerung erfolgt ausschließlich über die App-Oberfläche; keine Texteingabe, keine Prompts. Die App kombiniert kognitives Training, Bewegungsübungen, Ernährungsempfehlungen und Impulse zur sozialen Teilhabe – alles angepasst an das aktuelle Leistungsniveau der nutzenden Person.
Wo memodio beeindruckt
Der stärkste Punkt von memodio ist die individuelle Anpassung des Therapieprogramms. Die App wertet kontinuierlich aus, wie gut eine Übung gelingt – und passt Schwierigkeitsgrad und Auswahl laufend an. Das bedeutet konkret: Wer in einer Übungseinheit gut abschneidet, bekommt beim nächsten Mal eine anspruchsvollere Variante; wer Schwierigkeiten hat, bleibt auf einem Niveau das Fortschritt ermöglicht ohne zu überfordern. Die App deckt mehrere Bereiche ab – darunter Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Alltagskompetenz. Alle Trainingsdaten können gemäß DSGVO als PDF oder im FHIR-Format aus der App exportiert werden, zum Beispiel für Arztgespräche. Die App wurde explizit für Menschen ab 50 Jahren entwickelt – das schlägt sich in der Darstellung nieder: klare Schrift, übersichtliche Navigation, keine überladene Benutzeroberfläche.
Wo die Grenzen liegen
memodio ist vorläufig zugelassen – der endgültige Wirksamkeitsnachweis muss noch erbracht werden. Das ist keine Besonderheit dieser App allein, sondern ein gängiger Weg im deutschen DiGA-System; es bedeutet aber, dass der abschließende Beleg für die Wirksamkeit noch aussteht. Die App ist außerdem kein diagnostisches Werkzeug: Sie kann keine kognitive Störung feststellen oder ausschließen. Wer sich Sorgen um seine geistige Leistungsfähigkeit macht, braucht zuerst eine ärztliche Einschätzung – die App begleitet dann die bestehende Diagnose. Ohne stabile Internetverbindung lassen sich die personalisierten Funktionen nicht nutzen. Und: Nicht alle gesetzlichen Krankenkassen erstatten die App bereits; wer welche Kasse hat, sollte vor dem ersten Arzttermin die aktuelle Kassenliste auf memodio-app.com prüfen.
Im Vergleich
Während Apps wie ViViRA oder somnio für körperliche Beschwerden (Rücken) und Schlafstörungen seit Jahren dauerhaft zugelassen sind und auf breiter Studienlage basieren, adressiert memodio eine Versorgungslücke die bisher kaum durch digitale Angebote abgedeckt war: das frühe Demenzstadium. Eine direkte App-Alternative mit vergleichbarer DiGA-Zulassung für dieselbe Diagnose gibt es in Deutschland derzeit nicht.
So sieht das in der Praxis aus
Die Leiterin einer Kita, die merkt dass Wörter manchmal nicht kommen
Sigrid, 58, leitet eine städtische Kindertagesstätte. Die Arbeit ist fordernd – viele Namen, viele Gespräche, viel Koordination. Seit einigen Monaten passiert ihr etwas das sie beunruhigt: Mitten im Satz fehlt ihr ein Wort. Nicht dramatisch, aber auffällig. Ihr Hausarzt hat nach einem ausführlichen Gespräch eine leichte kognitive Störung diagnostiziert und memodio verordnet.
Sigrid öffnet die App morgens nach dem Frühstück. Das Programm startet mit einer kurzen Übungseinheit: Wortpaare merken, eine Abfolge richtig einordnen. Das dauert rund zehn Minuten. Was sich nach einigen Wochen verändert: Die Übungen werden anspruchsvoller – die App hat registriert, dass sie in bestimmten Bereichen Fortschritte macht. Der Arzttermin drei Monate später läuft anders als erwartet: Sie hat die Trainingsdaten als PDF exportiert und kann ihrem Hausarzt zeigen, in welchen Bereichen sie regelmäßig trainiert hat.
Der pensionierte Stadtrat, der seinen Vater bei der App begleitet
Werner, 67, ist pensioniert und ehrenamtlich im Beirat einer Stiftung aktiv. Sein Vater, 89, hat eine Demenz-Diagnose im frühen Stadium bekommen. Werner begleitet ihn zum Arzt, richtet die App auf dem Tablet des Vaters ein und ist beim ersten Durchlauf dabei.
Die App führt den Vater durch die erste Einrichtung: E-Mail-Adresse eingeben, Freischaltcode der Krankenkasse aktivieren, ein kurzes Erstassessment absolvieren. Werner beobachtet: Die Übungen sind für seinen Vater verständlich formuliert, die Schrift groß genug, die Navigation nicht überfordernd. Dass die App ihren Schwierigkeitsgrad automatisch anpasst, nimmt Werner als echte Entlastung wahr – er muss nicht einschätzen, ob die Übungen zu schwer oder zu leicht sind.
Die Rentnerin, die ihrer eigenen Diagnose einen Rahmen geben will
Margarete, 71, hat die Diagnose vor drei Monaten bekommen. Nach der ersten Schockstarre hat sie entschieden: Sie will etwas tun, nicht nur warten. Ihr Neurologe hat memodio empfohlen und ein Rezept ausgestellt. Die Krankenkasse hat einen Freischaltcode geschickt.
Margarete nutzt die App täglich, nachmittags nach dem Mittagessen. Was ihr auffällt: Die App drängt nicht. Wenn sie einen Tag aussetzt, kommt keine Mahnung. Nach zwei Monaten vergleicht sie ihre aktuellen Übungsergebnisse mit denen aus der ersten Woche – die App zeigt ihr, in welchen Bereichen sich die Leistung gehalten hat. Das ist für sie keine Heilung, aber ein konkreter Anhaltspunkt: Sie tut etwas, und sie sieht es.
So fängst du an: Erste Schritte mit memodio
- Konto anlegen:
Lade die App im Apple App Store oder Google Play Store herunter (Suche: „memodio“). Die Registrierung erfolgt direkt in der App mit E-Mail-Adresse und Passwort. Eine Bestätigungsmail folgt. Die ersten fünf Trainingstage sind kostenfrei ohne Freischaltcode nutzbar. - Freischaltcode eingeben:
Nach dem Arztrezept oder der Krankenkassengenehmigung erhältst du einen Freischaltcode. Diesen gibst du in der App ein – erst dann wird das vollständige Therapieprogramm freigeschaltet. Bei Fragen zum Freischaltcode: support@memodio-app.com oder Telefon +49 331 76995033. - Erstassessment absolvieren:
Die App führt dich durch ein kurzes Eingangstest (ca. 10 Minuten), der deinen Ausgangspunkt in mehreren kognitiven Bereichen ermittelt. Auf Basis dieser Ergebnisse wird das individuelle Trainingsprogramm erstellt. - Erste Trainingseinheit starten:
Die App zeigt dir die erste empfohlene Übung. Du wählst sie an und folgst der Anleitung auf dem Bildschirm. Nach jeder Übung gibt es eine kurze Rückmeldungsmöglichkeit – sie beeinflusst das nächste Training. - Ergebnis prüfen und teilen:
Im Bereich „Meine Daten“ oder über die Datenschutz-Exportfunktion kannst du deine Trainingsdaten als PDF exportieren – sinnvoll für den nächsten Arzttermin. Die App zeigt dir auch eine Übersicht deiner Trainingsaktivität über Zeit.
Das verwirrt am Anfang – und so löst du es
Nicht alle gesetzlichen Krankenkassen erstatten memodio bereits. Da die App erst seit Dezember 2025 zugelassen ist, laufen die Erstattungsvereinbarungen noch nicht mit allen Kassen. Prüfe vor dem Arzttermin auf memodio-app.com/ueber-die-app welche Kassen aktuell erstatten. Wenn deine Kasse noch nicht dabei ist: Du kannst die App fünf Tage kostenlos testen und danach ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen – oder auf neue Erstattungsvereinbarungen warten. (Stand: März 2026)
Das initiale Assessment der App dient ausschließlich dazu, das Trainingsprogramm zu kalibrieren – es ist keine medizinische Diagnose und kein Leistungstest. Wer in einer Aufgabe schlecht abschneidet, bekommt ein Programm das an diesem Punkt ansetzt. Falsche Antworten gibt es nicht; die App lernt aus jedem Ergebnis.
Anders als somnio oder einige andere DiGA gibt es memodio nicht als Web-Anwendung im Browser. Du brauchst zwingend ein Smartphone oder Tablet mit iOS oder Android. Wer beides nicht hat oder sich unsicher ist, kann sich beim Support melden – die memodio GmbH bietet telefonische Unterstützung an.
Kosten und Datenschutz
memodio ist eine DiGA und wird von der Krankenkasse finanziert – für dich entstehen keine Kosten, wenn deine Kasse erstattet. Aktuell übernehmen ausgewählte gesetzliche Krankenkassen (darunter AOK Plus, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und Mobil Krankenkasse) die Kosten vollständig; weitere Kassen befinden sich in Verhandlungen. Den genauen Listenpreis, den die Krankenkasse zahlt, veröffentlicht das BfArM im DiGA-Verzeichnis. Ohne Kassenerstattung bietet memodio ein kostenpflichtiges Abonnement an; die aktuellen Preise stehen auf memodio-app.com/ueber-die-app. (Stand: März 2026, Quelle: memodio-app.com)
memodio wird von der memodio GmbH mit Sitz in Potsdam betrieben. Als DiGA ist die App verpflichtet, die Anforderungen der DSGVO sowie der Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) zu erfüllen – das umfasst Datensicherheit, Datenminimierung und das Recht auf Löschung. Daten werden nach Angaben des Herstellers auf Servern in Deutschland verarbeitet. Du kannst deine Daten jederzeit aus der App exportieren oder löschen lassen. Da es sich um sensible Gesundheitsdaten handelt – kognitive Leistung, Diagnose, Trainingsverlauf – gilt: Nutze ausschließlich die offizielle App mit Freischaltcode, nicht Drittanbieter-Versionen. Die vollständige Datenschutzerklärung ist unter memodio-app.com/datenschutz abrufbar. (Quelle: memodio-app.com/datenschutz)
Was ist neu?
memodio wurde am 27. Dezember 2025 vorläufig ins BfArM-DiGA-Verzeichnis aufgenommen – als erste App speziell für leichte kognitive Störung und beginnende Demenz. Die Zulassung basiert auf einer randomisiert-kontrollierten Studie mit 140 Teilnehmenden.
Quelle: Pressemitteilung memodio GmbH, Januar 2026
memodio ermöglicht den Export therapierelevanter Daten im interoperablen FHIR-Format – damit können Trainingsdaten bei Bedarf in die elektronische Patientenakte (ePA) übertragen werden. Der Export als lesbare PDF-Datei ist ebenfalls möglich.
Quelle: memodio-app.com/die-app, März 2026
Recherche-Stand: März 2026
Offizielle Links
Website: memodio – Offizielle Website
App herunterladen und registrieren: memodio – Die App
Preisübersicht und Kassenerstattung: memodio – Über die App
Datenschutz: memodio – Datenschutz
