Was ist Microsoft Paint mit KI?
Paint ist das Zeichenprogramm das auf jedem Windows-Computer bereits installiert ist. Seit Windows 11 enthält es zwei KI-Funktionen: Image Creator generiert Bilder aus einer Beschreibung und läuft auf allen aktuellen Windows-11-PCs. Cocreator geht weiter – er verwandelt eine eigene Handskizze in ein fertiges Bild – läuft aber nur auf neueren Geräten mit spezieller KI-Hardware (Copilot+ PCs, ab Mitte 2024). Beide Funktionen sind kostenlos, erfordern aber ein Microsoft-Konto.
Paint gibt es seit 1985 auf jedem Windows-Computer. Seit 2023 hat Microsoft das Programm schrittweise mit KI-Funktionen ausgestattet. Die aktuelle Version in Windows 11 enthält Image Creator, Cocreator, einen KI-Radierer und eine Hintergrundentfernung – alle gesammelt unter einem Copilot-Button in der Menüleiste. Die KI-Bildgenerierung basiert auf Microsofts Azure-Diensten, beim Cocreator auf Copilot+-Geräten läuft die Verarbeitung direkt auf dem eigenen Gerät ohne Cloud-Übertragung der Bilder. Paint bleibt ein einfaches Programm – keine Vorlagen, keine Designoberfläche, kein Export in verschiedene Formate auf Knopfdruck. Was es ist: ein direktes Malwerkzeug mit KI-Unterstützung, das ohne Anmeldung bei einem neuen Dienst funktioniert.
Wo Paint beeindruckt
Die größte Stärke ist die Verfügbarkeit: Paint ist bereits da. Kein Download, kein neues Konto bei einem fremden Dienst, kein Abonnement. Wer einen Windows-11-Computer hat, kann sofort loslegen. Die Cocreator-Funktion auf Copilot+-Geräten bietet dabei etwas das Canva und Firefly nicht haben: Wer auf der Leinwand grob skizziert – ein paar Linien, eine ungefähre Form – und dabei beschreibt was entstehen soll, sieht das Ergebnis in Echtzeit entstehen. Die eigene Hand führt, die KI verfeinert. Stile wie Aquarell, Ölgemälde, Kohlezeichnung, Pixelkunst und Digitale Kunst sind per Klick wählbar. Wer kein Copilot+-Gerät hat, nutzt den Image Creator – Beschreibung eingeben, Stil wählen, Bild generieren – ebenfalls direkt in Paint.
Wo die Grenzen liegen
Paint ist kein Designtool. Es gibt keine Vorlagen für Flyer oder Einladungen, keine Textbausteine, keine Exportfunktion für verschiedene Druckformate. Wer ein fertiges Dokument gestalten will, muss das Ergebnis aus Paint exportieren und in ein anderes Programm einbauen. Der Image Creator auf Geräten ohne Copilot+-Hardware läuft über Microsofts Cloud und verbraucht Credits – die 50 Startguthaben reichen für erste Versuche, danach ist ein Microsoft-365-Abonnement oder ein Zusatzkauf nötig. Die Cocreator-Funktion mit Echtzeit-Skizzierung ist auf Copilot+-PCs beschränkt, die ab Mitte 2024 verkauft wurden. Wer ein älteres Gerät hat, bekommt nur den Image Creator.
Im Vergleich
Während Canva besonders dann überzeugt wenn das Bild Teil eines fertigen Designs werden soll, und Adobe Firefly die breiteste Stilauswahl mit dem klarsten rechtlichen Fundament bietet, ist Paint die einzige App in diesem Vergleich die das direkte Zusammenspiel von Handskizze und KI ermöglicht – und die ohne Anmeldung bei einem neuen Dienst funktioniert.
So sieht das in der Praxis aus
Das Logo für den kleinen Betrieb – eine Idee im Kopf, kein Grafiker zur Hand
Ein Elektriker aus der Nähe von Hannover braucht ein einfaches Logo für seine Fahrzeugbeschriftung. Er hat eine klare Vorstellung: ein stilisiertes Blitzsymbol, modern, nicht zu verspielt. Einen Grafiker zu beauftragen kostet Geld, das er lieber in Material investiert. Programme wie Illustrator sind ihm fremd und zu komplex für einen einmaligen Einsatz.
Er öffnet Paint auf seinem Windows-11-Laptop. Im Cocreator-Bereich zeichnet er grob einen Blitz auf die weiße Fläche – drei Linien, ungefähr. Dazu gibt er ein: „Modernes Blitz-Logo, klar, minimalistisch, dunkelblau auf weiß.“ Er wählt den Stil „Digitale Kunst“. Paint zeigt das Ergebnis: ein sauberes, stilisiertes Blitzsymbol das seinen Entwurf aufgreift und verfeinert. Er speichert es als PNG und schickt es an den Schildermacher.
Das Vereinsbanner für die Jahreshauptversammlung
Der Schriftführer eines Kleingartenvereins in Sachsen soll für die Jahreshauptversammlung ein digitales Banner erstellen – als Hintergrundbild für die Präsentation. Das Vereinsmotiv ist klar: Gärten, Gemeinschaft, etwas das nach einem echten Verein und nicht nach Stockfoto aussieht. Ein professionelles Tool hat er nicht, und er möchte nicht extra etwas herunterladen.
Auf seinem Windows-11-PC öffnet er Paint, wählt den Image Creator und gibt ein: „Bunter Kleingarten im Sommer, gemütliche Laube, blauer Himmel, Aquarell-Stil.“ Nach wenigen Sekunden erscheinen drei Varianten. Er wählt eine aus, passt die Größe für die Präsentation an und speichert das Bild. Das Banner sieht aus wie eine handgemachte Illustration – und hat fünf Minuten gedauert.
Das Bild für die Geburtstagskarte der Enkelin
Eine Großmutter aus Wien möchte ihrer Enkelin zum Geburtstag eine selbst gestaltete Karte schicken. Die Enkelin liebt Einhörner und alles in Pastellfarben. Eine fertige Karte aus dem Geschäft kommt nicht infrage – es soll etwas Eigenes sein. Zeichnen kann die Großmutter nicht mehr gut, und eine neue App herunterladen möchte sie nicht.
Sie öffnet Paint auf ihrem Windows-11-Computer – das Programm ist schon da. Im Image Creator gibt sie ein: „Niedliches Einhorn auf einer Blumenwiese, Pastellfarben, weich.“ Sie wählt den Stil „Digitale Kunst“ und klickt auf „Erstellen“. Das Ergebnis gefällt ihr sofort. Sie druckt das Bild aus, klebt es auf eine Karte und schreibt ihren Geburtstagsgruß dazu. Die Enkelin bekommt eine Karte die nirgendwo zu kaufen ist.
So fängst du an: Erste Schritte mit Microsoft Paint
- Paint öffnen: Klicke auf das Windows-Startsymbol unten links, tippe „Paint“ in die Suchleiste und öffne das Programm. Paint ist auf jedem Windows-11-Computer bereits installiert – nichts herunterladen nötig.
- Microsoft-Konto anmelden: Klicke in Paint oben in der Menüleiste auf das Copilot-Symbol (ein farbiges Sternchen). Beim ersten Klick wirst du aufgefordert, dich mit deinem Microsoft-Konto anzumelden. Wenn du Windows mit einem Microsoft-Konto nutzt, bist du bereits eingeloggt.
- Funktion wählen: Im Dropdown-Menü unter dem Copilot-Symbol erscheinen die verfügbaren Funktionen: „Image Creator“ ist auf allen Windows-11-PCs verfügbar. „Cocreator“ erscheint nur auf Copilot+-Geräten. Wähle „Image Creator“ um loszulegen.
- Bild generieren: Rechts öffnet sich ein Bereich mit einem Textfeld. Gib dort eine Beschreibung ein – zum Beispiel „Sonnenblumenfeld im Aquarell-Stil“ – und wähle darunter einen Stil per Klick. Dann klicke auf „Erstellen“. Nach einigen Sekunden erscheinen drei Varianten.
- Ergebnis verwenden: Klicke auf das Bild das dir gefällt – es wird auf die Paint-Leinwand übertragen. Von dort kannst du es über „Datei“ und „Speichern unter“ als PNG oder JPEG auf deinem Computer speichern.
Das verwirrt am Anfang – und so löst du es
Das Copilot-Symbol erscheint nur wenn Paint auf dem neuesten Stand ist. Öffne den Microsoft Store, suche nach „Paint“ und installiere das neueste Update falls vorhanden. Wenn das Symbol danach immer noch fehlt, hat dein Gerät möglicherweise noch nicht das aktuelle Windows-11-Update erhalten – prüfe unter Einstellungen, Windows Update, ob Updates verfügbar sind.
Der Image Creator arbeitet mit Credits. Die ersten 50 sind kostenlos. Danach werden Credits aus einem Microsoft-365-Abonnement verbraucht, oder du kannst zusätzliche Credits kaufen. Wer kein Microsoft-365-Abo hat, kann auf den Cocreator ausweichen – dieser läuft auf Copilot+-Geräten ohne Credit-Limit, weil die Verarbeitung lokal auf dem Gerät stattfindet.
Cocreator ist nur auf Copilot+-PCs verfügbar – das sind Windows-11-Geräte mit spezieller KI-Hardware (NPU mit mindestens 40 TOPS), die ab Mitte 2024 verkauft wurden. Ob dein Gerät dazugehört, siehst du unter Einstellungen, System, Info – dort steht ob „Copilot+ PC“ angezeigt wird. Ohne diese Hardware ist Cocreator nicht nutzbar, Image Creator aber weiterhin schon.
Kosten und Datenschutz
Paint selbst ist kostenlos und in Windows 11 enthalten. Der Image Creator startet mit 50 kostenlosen Credits – jede Bildgenerierung verbraucht einen. Nach Verbrauch der Startguthaben werden Credits aus einem Microsoft-365-Abonnement genutzt (Personal ab ca. 7 €/Monat, Stand: 03/2026) oder können einzeln zugekauft werden. Cocreator auf Copilot+-Geräten hat kein Credit-Limit, da er lokal auf dem Gerät verarbeitet. (Quelle: Microsoft Support – Image Creator in Paint, Stand: 03/2026)
Image Creator verarbeitet Eingaben über Microsofts Azure-Cloud-Dienste auf US-amerikanischen Servern. Microsoft speichert die generierten Bilder nach eigenen Angaben nicht, sammelt aber Geräte- und Nutzer-IDs sowie die eingetippten Beschreibungen zur Missbrauchsprävention. Cocreator auf Copilot+-Geräten ist die datenschutzfreundlichere Option: Die Bildverarbeitung findet lokal auf dem eigenen Gerät statt – die Bilder verlassen den Computer nicht. Microsoft benötigt jedoch auch hier eine Internetverbindung zur Sicherheitsüberprüfung und sammelt Gerätedaten und Texteingaben. Offizielle Datenschutzerklärung: Microsoft Datenschutzbestimmungen
Was ist neu?
Microsoft hat alle KI-Werkzeuge in Paint unter einem einzigen Copilot-Button in der Menüleiste zusammengefasst. Image Creator, Cocreator, Generativer Radierer und Hintergrundentfernung sind jetzt über ein Dropdown-Menü zugänglich statt über verschiedene Stellen der Oberfläche verteilt. Das macht den Einstieg deutlich übersichtlicher.
Quelle: Windows Insider Blog, November 2024
Der Generative Radierer entfernt unerwünschte Objekte aus einem Bild und füllt den entstandenen Bereich automatisch passend zum Hintergrund auf. Diese Funktion ist – anders als Cocreator – auf allen Windows-11-Geräten verfügbar, nicht nur auf Copilot+-PCs.
Quelle: Windows Insider Blog, November 2024
Recherche-Stand: März 2026
Offizielle Links
Paint im Microsoft Store: Microsoft Paint – Microsoft Store
Anleitung Image Creator: Microsoft Support – Image Creator in Paint
Preisübersicht Microsoft 365: Microsoft 365 – Preise
Datenschutz: Microsoft Datenschutzbestimmungen
