Drei Apps, drei Konzepte – welche passt zu dir?

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Canva, Microsoft Paint oder Adobe Firefly – welche App zu dir passt, hängt von einer Frage ab die die meisten übersehen

Kurz & bündig
Welche App passt zu mir?
Das hängt weniger von deinen Wünschen ab als von dem Gerät das du benutzt. Wer Windows 11 auf einem neueren PC hat, findet eine KI-Mal-Funktion die bereits installiert ist – ohne Anmeldung bei einem neuen Dienst. Wer ein älteres Gerät nutzt oder auf dem Smartphone arbeiten will, ist mit Canva oder Adobe Firefly besser bedient. Die Frage „Was habe ich schon?“ ist hier wichtiger als die Frage „Was ist am besten?“

Im ersten Artikel dieser Serie war die Idee klar: Stil wählen, klicken, Bild fertig. Jetzt geht es darum, welche App das konkret übernimmt – und drei Apps kommen dafür ernsthaft infrage. Sie sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, aber sie haben unterschiedliche Stärken und einen entscheidenden Unterschied: Eine von ihnen ist auf vielen Windows-Computern bereits vorhanden, ohne dass irgendetwas installiert oder abonniert werden muss. Wer das nicht weiß, richtet sich woanders einen Account ein – und merkt erst später, dass es einfacher gegangen wäre.

Die wichtigste Frage zuerst: Welches Gerät benutzt du?

Microsoft hat die KI-Mal-Funktion direkt in das Programm Paint eingebaut, das auf jedem Windows-11-Computer bereits läuft. Aber – und das ist die entscheidende Einschränkung – nicht alle Funktionen stehen auf allen Geräten zur Verfügung. Die vollwertige Mal-Assistenz namens Cocreator, die eine eigene Skizze in ein fertiges Bild verwandelt, läuft nur auf neueren Windows-PCs mit spezieller KI-Hardware, sogenannten Copilot+-PCs. Diese Geräte wurden ab Mitte 2024 verkauft. Der Image Creator, eine einfachere Bildgenerator-Funktion in Paint, ist dagegen auf allen aktuellen Windows-11-PCs verfügbar – erfordert aber ein Microsoft-Konto und verbraucht sogenannte Credits.

Was das in der Praxis bedeutet
Wer einen Windows-PC gekauft hat und nicht sicher ist ob er ein Copilot+-Gerät hat: In den Einstellungen unter „System“ und dann „Info“ steht ob das Gerät Copilot+ unterstützt. Wer ein Smartphone, ein iPad oder einen Mac nutzt, greift auf Paint gar nicht zurück – Canva oder Adobe Firefly sind dann die direkten Wege.

Die Apps im Vergleich

Canva – die vollständige Designoberfläche mit KI als eingebautem Werkzeug

Canva ist keine reine Mal-App, sondern eine vollständige Designplattform – und genau das ist ihre Stärke für viele Alltagsprojekte. Man gestaltet nicht nur ein Bild, sondern gleich den Flyer, die Einladung oder das Plakat dazu. Die KI-Funktion namens Magic Media ist direkt in die Designoberfläche eingebettet: Stil wählen, Motiv beschreiben, Bild einfügen, Text ergänzen, fertig. Kein Wechsel zwischen Programmen, kein separates Exportieren. Canva läuft auf jedem Gerät im Browser – Smartphone, Tablet, älterer Computer, alles funktioniert. Die Oberfläche ist auf Deutsch verfügbar, der kostenlose Einstieg ist ohne Kreditkarte möglich.

Die ehrliche Schwäche: Die KI-Bildgenerierung im kostenlosen Plan ist auf eine begrenzte Anzahl von Nutzungen pro Monat beschränkt. Wer regelmäßig gestaltet, stößt irgendwann an diese Grenze. Canva Pro kostet 15 Euro pro Monat und schaltet mehr KI-Credits und Premium-Inhalte frei (Stand: 03/2026). Außerdem ist Canva kein reines Malwerkzeug – wer nur ein Bild im Aquarell-Stil erstellen will und keinen Flyer braucht, benutzt mehr App als nötig.

Microsoft Paint mit KI – schon vorhanden, aber mit einer Hardware-Bedingung

Paint ist auf jedem Windows-11-Computer bereits installiert – kein Download, keine neue Anmeldung bei einem fremden Dienst. Der Image Creator in Paint erlaubt es, per Texteingabe und Stilauswahl ein Bild zu generieren; das funktioniert auf allen aktuellen Windows-11-PCs, erfordert aber ein Microsoft-Konto. Die vollständige Cocreator-Funktion, die eine eigene Handskizze in ein fertiges Bild verwandelt, läuft nur auf Copilot+-PCs mit neuerer KI-Hardware. Wer ein solches Gerät hat, bekommt damit das engste Zusammenspiel zwischen eigener Hand und KI-Assistenz: Grob skizzieren, Stil wählen, verfeinern lassen – alles in einem Schritt, alles lokal auf dem eigenen Rechner ohne Cloud-Übertragung.

Die ehrliche Schwäche: Wer kein Copilot+-Gerät hat, bekommt nur den Image Creator – eine solide, aber einfachere Funktion. Die 50 Startguthaben reichen für erste Versuche, danach wird entweder ein Microsoft-365-Abonnement benötigt oder es fallen zusätzliche Kosten an. Für Nutzer eines Smartphones, eines iPads oder eines Macs ist Paint keine Option.

Adobe Firefly – die breiteste Stilauswahl mit dem stärksten rechtlichen Fundament

Adobe Firefly bietet von den drei Apps die meisten Stiloptionen per Klick: von Aquarell über Buntstift bis zu Ölgemälde und digitaler Illustration. Wer bei einem Bild wirklich durchprobieren will wie verschiedene Stilrichtungen wirken, findet hier die größte Auswahl. Firefly läuft im Browser auf jedem Gerät, die Oberfläche ist auf Deutsch verfügbar. Das besondere Merkmal gegenüber den anderen zwei Apps: Firefly wurde ausschließlich mit lizenziertem Bildmaterial trainiert. Wer ein Bild erstellt und es drucken, im Vereinsnewsletter verwenden oder auf der Betriebswebsite einsetzen will, steht damit auf dem sichersten rechtlichen Boden.

Die ehrliche Schwäche: Der kostenlose Plan ist auf 25 Credits pro Monat begrenzt – das entspricht etwa 25 generierten Bildern (Stand: 03/2026). Wer mehr macht, braucht einen bezahlten Plan ab 9,99 US-Dollar pro Monat. Firefly ist außerdem kein Designtool: Das Bild wird erstellt, aber Texte, Rahmen oder Vorlagen gibt es nicht – dafür müsste man das Ergebnis in ein anderes Programm exportieren.

Vergleich auf einen Blick

AppGerätSkizze + KIKomplettes DesignDeutschsprachigKosten EinstiegServer
CanvaAlle (Browser)NeinJaJaKostenlos (begrenzte Credits)USA
Microsoft PaintNur Windows 11Ja (nur Copilot+ PC)NeinJaKostenlos (50 Start-Credits, dann Microsoft-Konto nötig)USA / lokal (Cocreator)
Adobe FireflyAlle (Browser)NeinNeinJaKostenlos (25 Credits/Monat)USA (DSGVO-AVV verfügbar)

Preisangaben Stand: 03/2026. Canva Pro: 15 €/Monat. Adobe Firefly Standard: ab 9,99 USD/Monat. Microsoft Paint: kostenlos mit Windows 11, Credits für Image Creator über Microsoft-Konto.

Datenschutz: Was das in der Praxis bedeutet

Canva und Adobe Firefly verarbeiten Daten auf Servern in den USA – alles was du eingibst oder hochlädst, verlässt dein Gerät. Adobe bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO-Anforderungen an, was es für den Einsatz in Vereinen oder kleinen Betrieben etwas weniger problematisch macht als reine US-Dienste ohne solche Vereinbarung. Bei Microsoft Paint ist die Situation zweigespalten: Der Image Creator funktioniert über Microsofts Cloud und damit ebenfalls über US-Server. Die Cocreator-Funktion auf Copilot+-PCs hingegen verarbeitet die Bilder lokal auf dem eigenen Gerät – das ist aus Datenschutzsicht die stärkste Option in diesem Vergleich, weil nichts übertragen wird. Für private Projekte ohne sensiblen Inhalt ist der Unterschied in der Praxis meist nicht entscheidend. Wer vertrauliche oder betriebliche Inhalte gestaltet, sollte wissen womit er arbeitet.

Welche App passt zu deiner Situation?

Canva ist sinnvoll, wenn du nicht nur ein Bild erstellen, sondern gleich etwas Fertiges gestalten willst – einen Flyer, ein Plakat, eine Einladung. Canva erledigt Bild und Design in einem Schritt, läuft auf jedem Gerät und ist auf Deutsch verfügbar.

Microsoft Paint ist sinnvoll, wenn du Windows 11 nutzt und möglichst wenig neu einrichten willst. Wer ein Copilot+-Gerät hat, bekommt zusätzlich die Möglichkeit, eigene Skizzen von der KI ausarbeiten zu lassen – das ist eine Funktion die keine der anderen Apps in dieser Form bietet.

Adobe Firefly ist sinnvoll, wenn du viele Stiloptionen ausprobieren und das Ergebnis sicher auch kommerziell verwenden willst. Das rechtliche Fundament ist das klarste in diesem Vergleich, und die Stilauswahl ist am breitesten.

Was als nächstes kommt

Für jede dieser drei Apps gibt es einen eigenen Artikel: wie du dich anmeldest oder die Funktion einrichtest, welche ersten Schritte dich erwarten, wo es am Anfang häufig klemmt – und vollständige Details zu Kosten und Datenschutz. Wer sich für eine App entschieden hat, findet dort alles was nötig ist um loszulegen.

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