Be My Eyes: Anleitung, wie du Speisekarte oder Packung fotografierst und nachfragst.
Die Speisekarte im Restaurant ist zu dunkel, und du willst wissen, was davon vegetarisch ist. Mit Be My Eyes machst du ein Foto, bekommst eine Beschreibung und stellst deine Frage direkt dazu.
Sehhilfe-Apps
Kurz & bündig
Du sitzt am Tisch, die Speisekarte im Kerzenlicht ist kaum zu entziffern, und die eigentliche Frage ist: Was davon geht ohne Fleisch? Diese Be My Eyes Anleitung zeigt, wie du die Karte fotografierst und der App deine Frage stellst.
Be My Eyes ist für Menschen gedacht, die blind sind oder schlecht sehen. Das betrifft auch dich, wenn deine Sehkraft dich im Alltag spürbar einschränkt. Bei der Anmeldung wählst du, ob du Hilfe suchst oder helfen willst; die Nutzungsbedingungen verbieten ausdrücklich, sich als sehbehindert anzumelden, wenn man es nicht ist. Die App kommt von einem US-Anbieter, läuft aber auf Deutsch.
Die KI-Funktion heißt Be My AI. Der Hersteller nennt als Beispiele Etiketten, Speisekarten und Dokumente. Bleibt etwas unklar, gibt es einen zweiten Weg: einen Videoanruf mit einer freiwilligen Person, die über deine Kamera mitsieht. Nach 15 bis 30 Sekunden meldet sich meist jemand, und die Helfer sprechen über 180 Sprachen.
Wer nur Text vorgelesen haben will, braucht Be My Eyes meist nicht, denn viele Handys bringen das selbst mit. Die App lohnt sich vor allem, wenn du zu einem Foto nachfragen willst oder einen Menschen per Video mitsehen lassen möchtest.
So startest du auf dem iPhone.
Auf dem iPhone braucht die App iOS 15 oder neuer.
So startest du auf Android.
Eine zweite Lichtquelle, die schräg auf die Karte fällt, hilft, zum Beispiel die Taschenlampe eines zweiten Handys. Fotografiere eine Seite nach der anderen, statt die ganze Karte auf einmal.
Eine genaue Frage bringt eine genauere Antwort. Du kannst sie auch einfach sagen: Tippe ins Eingabefeld, dann auf das Mikrofon deiner Tastatur und sprich. Diese Frage bittet die KI auch, offen zu sagen, was sie nicht lesen konnte:
Welche Gerichte auf dieser Speisekarte sind vegetarisch? Nenne mir bitte nur die, bei denen du dir sicher bist, und sag mir, welche Zeilen du nicht lesen konntest.
Statt „vegetarisch“ kannst du auch „ohne Fisch“ sagen, wenn du etwas anderes wissen willst. Bei Allergien fragst du immer die Bedienung. Nenne keine Namen, Diagnosen oder Kontonummern in solchen Fragen.
Was Be My Eyes nicht kann.
Die KI beschreibt, was sie auf dem Foto sieht. Was dort nicht steht, weiß sie nicht: Steht auf der Speisekarte nicht, ob die Soße mit Fleischbrühe gekocht wird, fragst du die Küche. Bitte sie bei Texten, wörtlich vorzulesen und dir zu sagen, wo etwas steht. Bleibt etwas unklar, holst du per Videoanruf einen Menschen dazu. Für Medikamente, Dosierungen, Allergene und Notfälle ist Be My AI laut den Nutzungsbedingungen nicht gedacht; dafür gilt der gedruckte Text, bei Fragen hilft die Apotheke. Be My AI braucht außerdem eine Internetverbindung.
Zur Sprache: Die App läuft auf Deutsch, und du wählst Deutsch als Hauptsprache. Die KI beschreibt Fotos laut Praxisberichten auf Deutsch; in der Liste der 36 Antwortsprachen, die der Hersteller nennt, steht Deutsch allerdings nicht ausdrücklich. Beim Videoanruf verbindet dich die App mit einem Freiwilligen, der deine Sprache spricht, tagsüber nach dessen Ortszeit. Die Antwort der KI erscheint als Text im Chat; laut einem Praxisbericht hat die App keine eigene Sprachausgabe, du lässt sie dir mit der Sprachausgabe deines Handys vorlesen.
Kosten und Datenschutz.
Be My Eyes ist für Nutzer kostenlos (Pressemitteilung vom 12. März 2026). Laut Hilfe-Seite zu Be My AI vom 1. Juli 2026 ist das derzeit so geplant und kann sich ändern. Nach den Nutzungsbedingungen kann in den Diensten Werbung erscheinen.
Deine Fotos und Fragen an die KI gehen an einen KI-Anbieter in den USA und werden dort nach 60 Tagen gelöscht, so steht es in der Datenschutzerklärung (wirksam seit 1. September 2026). Trainiert wird damit laut Erklärung keine KI; die Nutzungsbedingungen erlauben aber, Bilder zur Verbesserung von Be My AI zu nutzen. Eine eigene Abwahl nur für die KI-Funktion nennt die Erklärung nicht. Beim Videoanruf sieht ein fremder Mensch, was deine Kamera zeigt; der Anruf ist für beide Seiten anonym.
Lege keine Seite vor die Kamera, auf der dein Name oder deine Gesundheitsdaten stehen, wenn das Foto nicht in die USA gehen soll.
Das erste Foto gehört einer Karte, die du schon kennst: Stimmt die Antwort mit dem überein, was du selbst lesen kannst, probierst du es danach im Restaurant.
Quellen (abgerufen am 22. Oktober 2026): Datenschutzerklärung Be My Eyes · Nutzungsbedingungen Be My Eyes · Be My Eyes, Pressemitteilung · Be My Eyes, Hilfe zu Be My AI · Be My Eyes, Hilfe zum Videoanruf · Be My Eyes, Anmeldung · App Store · Play Store

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