DeepSeek: kostenlos testen und Daten bewusst schützen.
DeepSeek ist ein kostenloser KI-Chat aus China, der viel kann. Du erfährst, wie du ihn im Browser testest und welche Daten du dabei besser für dich behältst.
KI-Systeme
Kurz & bündig
Im Januar 2025 stand eine kostenlose KI-App aus China in den USA plötzlich auf Platz eins der Gratis-Apps im App Store: DeepSeek. Das Unternehmen aus Hangzhou hat seine Modelle frei veröffentlicht, und der Chat im Browser kostet nichts. Das macht neugierig. Gleichzeitig hat kaum ein anderes KI-System so viele Datenschützer beschäftigt.
Diese Anleitung zeigt beides: wie du DeepSeek sicher ausprobierst und warum du dabei anders vorgehst als bei ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity.
Wo DeepSeek überrascht
DeepSeek beantwortet Fragen in normaler Sprache, formuliert Texte um und erklärt Begriffe – auf Deutsch, ohne Bezahlplan. Laut den Nutzungsbedingungen kannst du neben Text auch Bilder und Dateien einfügen. Eine zuschaltbare Suchfunktion holt aktuelle Informationen aus dem Netz dazu. Das neueste Modell heißt laut Anbieter DeepSeek-V4.1-Flash und versteht auch Bilder.
Ungewöhnlich ist, dass DeepSeek seine Modelle offen zur Verfügung stellt. Andere Firmen dürfen sie auf eigenen Servern betreiben. Das ist wichtig für den letzten Abschnitt dieser Anleitung.
Wo DeepSeek scheitert.
Die Schwäche liegt nicht bei den Antworten, sondern bei den Daten. DeepSeek schreibt in seiner Datenschutzerklärung, dass es personenbezogene Daten in der Volksrepublik China erhebt, verarbeitet und speichert. Dazu gehören deine Eingaben, hochgeladene Dateien, Geräteangaben und der Gesprächsverlauf. Für Streitfälle gilt laut Nutzungsbedingungen chinesisches Recht.
Die Berliner Datenschutzbeauftragte hat die DeepSeek-App im Juni 2025 bei Apple und Google als rechtswidrigen Inhalt gemeldet, weil Daten ohne ausreichenden Schutz nach China gehen. Außerdem berichten Fachleute, dass DeepSeek bei politisch heiklen Fragen zu China ausweicht oder Antworten abbricht. Für Nachrichten, Politik und Geschichte ist DeepSeek deshalb keine gute erste Wahl.
In fünf Schritten starten
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Lade keine DeepSeek-App herunter. Die offizielle App wurde nach der Meldung der Datenschützer in Deutschland zum Streitfall, und in den App-Stores gibt es zusätzlich Apps anderer Anbieter mit ähnlichem Namen. Der Browser genügt für einen Test.
Drei Kopiervorlagen zum Ausprobieren
Die Vorlagen bauen aufeinander auf. Alle Angaben darin sind erfunden – du musst nichts vorbereiten und gibst nichts Persönliches preis.
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Erkläre mir in einfachen Worten und in höchstens fünf Sätzen, was ein Dauerauftrag ist und worin er sich von einer Lastschrift unterscheidet.
Die Basis-Vorlage zeigt, wie DeepSeek erklärt. Die Längenangabe verhindert, dass die Antwort ausufert. Du kannst sie mit „Nenne ein Beispiel aus dem Alltag“ weiterführen.
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Formuliere aus diesen Stichpunkten eine freundliche Einladung für einen Spieleabend im Gemeindehaus: Freitag, 19 Uhr, jeder bringt ein Brettspiel mit, Getränke sind da, Anmeldung bis Mittwoch. Höchstens 80 Wörter. Erfinde keine weiteren Angaben.
Die präzisere Vorlage gibt Anlass, Inhalt, Länge und eine klare Grenze vor. Der letzte Satz ist wichtig: Ohne ihn ergänzen KI-Systeme gern Einzelheiten, die nicht stimmen.
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Ich plane einen Tagesausflug mit der Bahn von Hannover nach Goslar. Erstelle einen Ablauf mit drei Sehenswürdigkeiten, die zu Fuß erreichbar sind. Nutze die Suchfunktion, nenne zu jeder Angabe die Quelle und markiere, was ich vor der Fahrt selbst prüfen sollte, etwa Öffnungszeiten oder Fahrpläne.
Die Profi-Vorlage schaltet die Suche ein und verlangt Quellen. So siehst du, woher eine Angabe kommt. Öffne mindestens die wichtigste Quelle selbst – eine Liste von Links ist noch keine Prüfung.
DeepSeek ohne China-Server
Das DeepSeek-Modell ist frei verfügbar und wird auch von anderen Diensten angeboten.
Für Privatpersonen: Über den Vermittlungsdienst OpenRouter lässt sich einstellen, dass deine Eingaben nicht an Server in China gehen. Die Daten laufen dann meist über die USA. Die Einrichtung ist technisch, auf Englisch und kostenpflichtig.
Für Firmen: Unternehmen können DeepSeek auf Servern in der EU nutzen – zum Beispiel über die Berliner Plattform Langdock, die DeepSeek neben anderen KI-Modellen anbietet, oder über EU-Cloud-Anbieter wie Scaleway (Frankreich) oder Nebius (Niederlande/Finnland). Diese Angebote richten sich an Betriebe mit IT-Abteilung und laufen über kostenpflichtige Firmenverträge. Für die private Nutzung sind sie nicht gedacht.
Für den privaten Einstieg nimmst du deshalb besser eines der anderen Systeme aus unserem Vergleich.
Kosten und Datenschutz
Kosten: Der Chat im Browser ist ohne Bezahlplan nutzbar; ein Abo für Privatleute bietet DeepSeek nicht an. Kosten entstehen nur für Entwickler, die DeepSeek über die Programmierschnittstelle in eigene Anwendungen einbauen. Stand: September 2026, Preisseite der Schnittstelle.
Datenschutz: Laut Datenschutzerklärung vom 10. Februar 2026 nutzt DeepSeek Eingaben auch, um seine Modelle zu trainieren. Du kannst dem widersprechen, indem du an privacy@deepseek.com schreibst. Für Nutzer in der EU nennt DeepSeek einen Vertreter, die Prighter Group. An der Speicherung in China ändert beides nichts. Stand: September 2026, Datenschutzerklärung von DeepSeek.
Ob DeepSeek zu dir passt, hängt weniger von den Antworten ab als von der Frage, was du eingibst. Für einen Spieleabend oder eine Begriffserklärung reicht es völlig. Bei allem, was mit Gesundheit, Geld oder deinem Namen zu tun hat, bleibt DeepSeek außen vor.
Recherche-Stand: September 2026 (deepseek.com, cdn.deepseek.com/policies, api-docs.deepseek.com, datenschutz-berlin.de, openrouter.ai)

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