Was ist Photomath?
Photomath ist eine Mathematik-App von Google, die auf Smartphone und Tablet läuft. Du fotografierst eine gedruckte oder handgeschriebene Aufgabe, und die App zeigt dir die Lösung in einzelnen, nachvollziehbaren Schritten. Die Grundfunktionen sind kostenlos; die App ist nur für Mathematik zuständig – kein anderes Fach.
Photomath wurde 2014 gegründet und 2023 von Google übernommen. Die App macht genau eine Sache: Sie liest Mathematikaufgaben aus einem Foto und erklärt den Lösungsweg. Das KI-Modell dahinter ist auf über 100.000 Aufgabenbilder trainiert und erkennt sowohl gedruckten Text als auch Handschrift mit hoher Zuverlässigkeit. Du fotografierst, die App rechnet – und zeigt dir dabei jeden Schritt, nicht nur das Ergebnis. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem Taschenrechner.
Wo Photomath beeindruckt
Photomath macht das Lösen von Matheaufgaben sichtbar – nicht als magisches Ergebnis, sondern als nachvollziehbarer Prozess. Jeder Umformungsschritt wird einzeln angezeigt und kurz erklärt. Seit 2026 gibt es zusätzlich kostenlose Animated Steps: kurze Animationen, die zeigen wie sich ein Ausdruck von Schritt zu Schritt verändert. Das hilft besonders dann, wenn man nicht nur das Ergebnis braucht, sondern wirklich verstehen möchte, was passiert. Die Handschrifterkennung funktioniert auch bei nicht perfekt geschriebenen Aufgaben gut; die App fragt gezielt nach, wenn ein Zeichen unklar ist.
Wo die Grenzen liegen
Photomath kann ausschließlich Mathematik – keine anderen Fächer, keine Sprachen, kein Allgemeinwissen. Die App-Oberfläche und viele Erklärtexte sind auf Englisch; wer die Erklärungen vollständig verstehen möchte, braucht solide Englischkenntnisse oder das kostenpflichtige Plus-Abo, das ausführlichere Erklärungen bietet. Die App erfordert gute Lichtverhältnisse und eine ruhige Hand beim Fotografieren – schlechte Fotos führen zu Erkennungsfehlern. Und: Da Photomath seit 2023 zu Google gehört, gelten Googles Datenschutzrichtlinien – US-Server, kein EU-Anbieter.
Im Vergleich
Während Khan Academy Mathematik erklärt und dabei einen ganzen Kurs aufbaut, ist Photomath für den konkret vorliegenden Moment: eine bestimmte Aufgabe, jetzt, sofort. Khan Academy führt dich zum Verständnis durch strukturiertes Lernen; Photomath führt dich durch eine einzelne Aufgabe, die vor dir liegt. Beide haben ihren Platz – je nachdem ob du systematisch vorgehen oder eine konkrete Situation lösen willst.
So sieht das in der Praxis aus
Enkelin bei den Hausaufgaben helfen – ohne selbst unsicher zu wirken
Gisela, 64, passt zweimal pro Woche auf ihre Enkelin auf. Die Zwölfjährige hat oft Mathematik auf, und manchmal fragt sie Gisela um Hilfe. Bruchrechnung, Gleichungen, manchmal Textaufgaben mit Variablen – Gisela kennt das Prinzip noch irgendwo aus der Schulzeit, aber sicher ist sie nicht. Wenn sie falsch erklärt, versteht ihre Enkelin es erst recht nicht.
Gisela fotografiert die Aufgabe mit Photomath. Die App zeigt ihr die Lösung in fünf klar beschrifteten Schritten. Sie geht die Schritte erst für sich durch, bis sie sicher ist, dass sie es selbst verstanden hat – und erklärt es dann ihrer Enkelin. Die Enkelin tippt manchmal selbst auf die einzelnen Schritte, um die Erklärungen zu lesen. Das funktioniert überraschend gut: nicht Photomath als Abschreibhilfe, sondern als Erklärungsgrundlage für ein Gespräch.
Finanzmathematik verstehen – für die Vorstandsarbeit im Verein
Achim, 61, ist Schatzmeister in einem gemeinnützigen Verein. Im Jahresbericht stehen Formeln zur Zinsrechnung und Prozentrechnung, die er selbst dem Vorstand erklären soll. Er hat das Prinzip verstanden, aber sobald konkrete Zahlen in der Formel stehen, ist er unsicher, ob er richtig rechnet.
Achim schreibt die Formel aus dem Bericht auf ein Blatt und fotografiert es mit Photomath. Die App erkennt die Formel, setzt die Zahlen ein und zeigt, welcher Wert an welcher Stelle eingesetzt wird – Schritt für Schritt. Achim macht das für drei verschiedene Beispiele durch, bis er sicher ist. Bei der Vorstandssitzung kann er die Ergebnisse erklären, ohne dabei unsicher zu wirken – weil er sie wirklich verstanden hat.
Mathe auffrischen – einfach für sich selbst
Sabine, 58, hat kürzlich ein Buch über Statistik gelesen und möchte die darin vorgestellten Berechnungen selbst nachvollziehen. Die Formeln im Buch wirken einschüchternd, aber die Autorin hat Beispiele mit konkreten Zahlen angegeben. Sabine möchte verstehen, wie die Zahlen zusammenkommen – nicht für eine Prüfung, einfach aus Interesse.
Sie fotografiert das erste Berechnungsbeispiel aus dem Buch. Photomath zeigt ihr die einzelnen Umformungsschritte. Wenn ein Schritt unklar ist, tippt sie darauf und bekommt eine kurze Erklärung. Sie geht das Buch so Seite für Seite durch – nicht als Lernappp, sondern als Nachschlage- und Erklärhilfe direkt neben dem Buch. Das Lesen macht ihr plötzlich mehr Spaß, weil sie die Formeln nicht mehr überfliegt, sondern nachvollzieht.
So fängst du an: Erste Schritte mit Photomath
- App herunterladen:
Photomath gibt es im Apple App Store und im Google Play Store – einfach nach „Photomath“ suchen. Die App ist kostenlos; kein Konto und keine Kreditkarte nötig für die Grundfunktionen. Eine Webversion gibt es zusätzlich unter photomath.com. - Aufgabe fotografieren:
Öffne die App – die Kamera startet automatisch. Halte das Smartphone ruhig über die Aufgabe. Im Display siehst du ein rotes Rechteck – die Aufgabe muss vollständig darin liegen. Dann den roten Auslöser-Button tippen. Die App braucht in der Regel wenige Sekunden. - Ergebnis und Schritte ansehen:
Das Ergebnis erscheint direkt unter der erkannten Aufgabe. Tippe auf „Lösungsschritte anzeigen“ (oder „Show steps“), um die vollständige Schritt-für-Schritt-Erklärung zu sehen. Tippe auf einen einzelnen Schritt, um eine kurze zusätzliche Erläuterung zu bekommen. - Animated Steps nutzen (neu, kostenlos):
In der aktuellen Version gibt es für viele Aufgabentypen kurze Animationen, die zeigen wie sich der Ausdruck von Schritt zu Schritt verändert. Sie erscheinen automatisch bei kompatiblen Aufgaben – du musst nichts extra aktivieren. - Aufgabe manuell eingeben:
Wenn das Foto nicht funktioniert (zu dunkel, zu klein, Handschrift nicht erkannt), tippe unten auf das Tastatur-Symbol. Du kannst die Aufgabe manuell eintippen – Photomath stellt dafür eine mathematische Spezialtastatur bereit, mit der du auch Brüche, Wurzeln und Potenzen eingeben kannst.
Das verwirrt am Anfang – und so löst du es
Schlechte Lichtverhältnisse sind der häufigste Grund für Erkennungsprobleme. Fotografiere die Aufgabe bei gutem Tageslicht oder unter heller Zimmerbeleuchtung – nicht gegen eine Lichtquelle. Wenn das Papier glänzt oder ein Schatten auf die Aufgabe fällt, funktioniert die Erkennung schlechter. Eine dreckige Kameralinse kann ebenfalls stören – kurz mit einem weichen Tuch abwischen löst das Problem oft sofort.
Manchmal erkennt die App ein Zeichen falsch: eine 1 wird als l gelesen, eine 0 als O, oder ein Minuszeichen wird übersehen. Das Ergebnis sieht dann korrekt aus, stimmt aber nicht. Vergleiche deshalb die erkannte Aufgabe (sie erscheint oben im Bildschirm) mit der originalen Aufgabe, bevor du die Schritte anschaust. Wenn etwas nicht stimmt, tippe auf das Tastatur-Symbol und korrigiere die Eingabe manuell.
Die Basiserklärungen in Photomath sind auf Englisch. Das gilt sowohl für die kurzen Schrittbeschreibungen als auch für die tiefergehenden Erläuterungen. Die Mathematik selbst ist natürlich universal – die Zahlen und Formeln sind auf jeder Sprache gleich. Wenn die englischen Texte ein Hindernis sind, lohnt sich der Blick auf Khan Academy auf Deutsch für das systematische Verstehen – und Photomath für die konkrete Aufgabe daneben.
Kosten und Datenschutz
Die Grundfunktionen von Photomath – Aufgaben fotografieren und Lösungsschritte anzeigen – sind kostenlos und ohne Konto nutzbar. Photomath Plus kostet rund 9,99 $ pro Monat und bietet zusätzlich über 400 animierte Video-Tutorials zu verschiedenen Themengebieten, ausführlichere Schritt-Erklärungen und unbegrenzte Lösungen ohne Limits. Die neuen Animated Steps (einfache Animationen der Rechenschritte) sind seit 2026 kostenlos für alle. Genaue Preise im deutschen App Store können leicht abweichen. (Stand: April 2026, Quelle: support.google.com/photomath)
Photomath gehört seit 2023 zu Google LLC und unterliegt Googles Datenschutzrichtlinien. Die App sammelt Nutzungsdaten und die fotografierten Aufgabenbilder werden zur Verarbeitung an Google-Server übertragen – Serverstandorte sind weltweit verteilt, hauptsächlich in den USA. Als DSGVO-Nutzer hast du das Recht auf Dateneinsicht und Löschung; Anfragen laufen über den Google-Datenschutzbereich. Wer ausschließlich Schulaufgaben oder eigene mathematische Übungen fotografiert, gibt dabei keine persönlichen oder sensiblen Inhalte preis. Vollständige Datenschutzinformationen: policies.google.com/privacy.
Was ist neu?
Seit 2026 zeigt Photomath für viele Aufgabentypen kurze Animationen, die jeden Rechenschritt visuell darstellen – nicht nur als Text, sondern als bewegtes Bild. Das ist besonders hilfreich, wenn man sehen möchte, wie sich ein Bruch umformt oder wie eine Gleichung Schritt für Schritt aufgelöst wird. Diese Funktion ist kostenlos für alle Nutzer – nicht nur für Plus-Abonnenten.Quelle: Photomath Support, 2026
Im kostenpflichtigen Plus-Abo wurden die Video-Tutorials deutlich ausgebaut: über 400 kurze, animierte Erklärvideos zu verschiedenen Mathematikthemen – von Grundrechenarten bis Wahrscheinlichkeitsrechnung. Die Videos haben Audio-Erklärungen und können auch ohne aktive Internetverbindung abgespielt werden, wenn man sie vorher heruntergeladen hat.Quelle: Photomath Plus – Feature-Übersicht, 2026
Recherche-Stand: April 2026
Offizielle Links
Website: Photomath – Offizielle Website
App Store (Apple): Photomath im Apple App Store
Google Play: Photomath im Google Play Store
Datenschutz: Google – Datenschutzerklärung
