Radtouren planen und navigieren – was Komoot kann und was sich 2025 geändert hat
Was ist Komoot?
Komoot ist eine Navigations-App speziell für Radfahrer und Wanderer. Sie läuft auf Smartphones (iOS und Android) und im Web-Browser, plant Touren mit detaillierten Karten- und Community-Daten und navigiert auch offline. Neue Nutzer erhalten eine kostenlose Testregion. Wer Routen auf externe Geräte wie Garmin übertragen will, braucht seit Februar 2025 ein Premium-Abo.
Komoot wurde 2010 von Outdoor-Enthusiasten in Potsdam gegründet und hat sich zur führenden Planungs-App für Radtouren in Europa entwickelt. Inzwischen nutzen rund 45 Millionen Menschen die Plattform. Die App verbindet detaillierte Kartendaten mit dem gesammelten Wissen der Community aus Millionen von aufgezeichneten Touren. Die Bedienung erfolgt über die Smartphone-App oder am Computer, wo sich Routen besonders komfortabel planen lassen. Im März 2025 wurde Komoot an das italienische Technologieunternehmen Bending Spoons verkauft. Das neue Design der App erschien im Herbst 2025; die Kernfunktionen blieben laut Komoot unverändert.
Wo Komoot beeindruckt
Die besondere Stärke liegt in der Routenplanung, die wirklich auf Radfahrer zugeschnitten ist. Die App berücksichtigt den Fahrradtyp (Rennrad, Mountainbike, Trekking, E-Bike), zeigt Wegbelag und Steigungsprofil an und warnt vor anspruchsvollen Abschnitten, bevor man losfährt. Die Community-Highlights – von anderen Radfahrern eingetragene Aussichtspunkte, Cafés oder empfehlenswerte Rastplätze – machen einen echten Unterschied auf unbekannten Strecken, weil sie aus echter Nutzererfahrung stammen. Einmal heruntergeladene Karten funktionieren offline zuverlässig, auch ohne Mobilfunknetz.
Wo die Grenzen liegen
Die kostenlose Testregion ist auf ein einzelnes Gebiet beschränkt; für überregionale Touren werden weitere Karten benötigt. Wer Routen auf einen Garmin- oder Wahoo-Computer übertragen will, braucht seit Februar 2025 ein Premium-Abo – eine Funktion, die zuvor mit einem einmaligen Regionskauf verfügbar war. In sehr abgelegenen Regionen sind die Community-Daten dünner, weil weniger Nutzer dort unterwegs waren. Die Zeitschätzungen der App können von der tatsächlichen Fahrtdauer spürbar abweichen, wenn das eingestellte Fitnesslevel nicht zur eigenen Kondition passt.
Im Vergleich
Während Apps wie Strava sich vor allem an sportlich ambitionierte Nutzer mit Fokus auf Trainingsanalyse richten und Google Maps Radfahren als einen von mehreren Fortbewegungsmodi behandelt, liegt Komoots Stärke in der Verbindung aus präziser Tourenplanung und Community-Wissen zu Wegbeschaffenheit und Highlights. Für Alltagsstrecken in der Stadt ist Komoot eher überdimensioniert; für unbekannte Gegenden und Touren abseits der Hauptwege gibt es in Europa derzeit keine App mit vergleichbarer Datenbasis.
So sieht das in der Praxis aus
Der sichere Arbeitsweg mit dem E-Bike
Eine Pendlerin möchte ihren täglichen Arbeitsweg von rund 15 Kilometern mit dem neuen E-Bike zurücklegen. Die Hauptstraßen sind ihr zu gefährlich, aber die Radwege in der Region kennt sie kaum. Hinzu kommt ein praktischer Wunsch: Die Route soll möglichst wenig Steigungen haben, damit der Akku länger reicht. Die Planung per Hand würde einen Abend kosten und trotzdem keine Garantie geben, dass der gewählte Weg tatsächlich auf Radwegen verläuft.
Sie gibt Start und Ziel in Komoot ein und wählt das Profil „E-Bike“. Die App schlägt eine Route vor, die überwiegend auf ausgewiesenen Radwegen und ruhigen Nebenstraßen verläuft, und zeigt das Höhenprofil an. Nach ein paar Wochen findet sie in der Community-Ansicht sogar eine Alternative, die andere E-Bike-Fahrer in derselben Stadt eingetragen haben – flacher und mit einer neuen Unterführung, die sie allein nie gefunden hätte.
Vorbereitung auf die Vereinsausfahrt
Ein örtlicher Radsportverein organisiert regelmäßige Gruppenausfahrten. Für neue Mitglieder ist es schwierig einzuschätzen, ob eine bestimmte Strecke für sie machbar ist – auf Fotos oder Beschreibungen allein lässt sich das kaum beurteilen. Wer sich überfordert, verliert schnell die Freude an der Gruppe.
Der Tourenwart legt die Vereinsrouten in Komoot an und teilt sie per Link. Neue Mitglieder können sich das Höhenprofil und den Wegbelag vorher in Ruhe anschauen und selbst einschätzen, welche Strecke zum aktuellen Fitnesslevel passt. Wer eine Strecke vorab allein abfahren will, kann das direkt aus der geteilten Route heraus starten – ohne dass der Tourenwart jedes Mal die Daten erneut schicken muss.
Die Wochenend-Radtour mit der Familie
Eine Familie plant einen gemeinsamen Radausflug am Wochenende. Die Kinder sind dabei, die Fitnesslevel sind unterschiedlich, und niemand soll überfordert werden. Der Vater kennt die Gegend ein bisschen, aber ob der geplante Weg auch wirklich auf Radwegen verläuft und wo man halbwegs in Ruhe pausieren kann, ist unklar.
Am Computer plant er die Tour mit dem Familien-Profil, prüft das Höhenprofil und sieht in der Community-Karte, wo andere Familien pausiert haben – ein Spielplatz am Teich ist dabei, den er selbst nicht kannte. Er teilt die fertige Route per Link mit allen. Jeder lädt sie auf sein Smartphone und kann während der Tour offline navigieren, ohne Datenvolumen zu verbrauchen.
So fängst du an: Erste Schritte mit Komoot
- Konto anlegen: Gehe auf komoot.com oder installiere die App aus dem App Store oder Play Store. Die Registrierung ist kostenlos; du erhältst eine kostenlose Testregion deiner Wahl. Eine Kreditkarte ist dafür nicht nötig.
- Profil einrichten: Wähle nach der Anmeldung deinen Fahrradtyp (Trekking, E-Bike, Rennrad etc.) und dein Fitnesslevel. Diese Angaben beeinflussen, welche Routen die App vorschlägt und wie die Zeitschätzung berechnet wird. Die Einstellung findest du unter dem Menüpunkt „Profil“. ⚠️ Menünamen nach dem Redesign (Herbst 2025) bitte auf komoot.com vorab prüfen.
- Erste Tour planen: Tippe auf das Planungs-Symbol und gib Start- und Zielpunkt ein. Wähle das Fortbewegungsmittel und passe die Route an, indem du Wegpunkte auf der Karte verschiebst. Höhenprofil und Wegbeschaffenheit werden direkt angezeigt.
- Ergebnis prüfen: Scrolle im Planungsbereich nach unten, um Steigung, Untergrundtyp und die geschätzte Fahrzeit zu sehen. Community-Highlights werden als markierte Punkte auf der Karte eingeblendet und lassen sich anklicken.
- Tour speichern und starten: Speichere die Tour vor dem Losfahren, damit sie offline verfügbar ist. Die Navigation startet mit einem Tippen auf den entsprechenden Button; Sprachansagen funktionieren nur mit aktiver Internetverbindung. Wer Routen auf ein Garmin oder Wahoo übertragen will, benötigt ein Premium-Abo.
Das verwirrt am Anfang – und so löst du es
Die Fahrzeit berechnet Komoot anhand des eingestellten Fitnesslevels. Wenn die Schätzung deutlich zu kurz oder zu lang ausfällt, liegt das fast immer an einer falschen Einstellung im Profil. Öffne dein Profil und passe Fahrradtyp und Fitnesslevel an dein tatsächliches Tempo an – schon nach einer Tour passt die Schätzung deutlich besser.
Komoot spricht Abbiegehinweise nur aus, wenn eine Internetverbindung aktiv ist. Wer offline unterwegs ist – etwa im Ausland oder in funklöchern – bekommt keine Sprachansagen, auch wenn die Karten heruntergeladen sind. In diesem Fall hilft ein Blick auf das Display: Die Karte und der Streckenfortschritt laufen offline weiter; nur die Stimme fehlt.
Seit Februar 2025 ist die Übertragung geplanter Routen auf externe Geräte nur noch mit einem aktiven Premium-Abo möglich. Wer ein Konto vor Ende Februar 2025 hatte und damals bereits Kartenpakete gekauft hat, ist davon ausgenommen. Wer die Geräteübertragung regelmäßig braucht, sollte das Premium-Abo von Anfang an einplanen.
Kosten und Datenschutz
Kosten
Die Basisversion mit einer kostenlosen Testregion ist kostenlos, ohne Kreditkartenpflicht. Einzelne Regionen können für einmalig 3,99 Euro freigeschaltet werden; ein Weltpaket mit allen Karten kostet einmalig 29,99 Euro. Das Premium-Abo kostet ca. 4,99 Euro pro Monat bzw. 59,99 Euro pro Jahr und ist für neue Nutzer erforderlich, wenn Routen auf Garmin, Wahoo oder andere Geräte übertragen werden sollen. Weitere enthaltene Funktionen: Mehrtagesplanung, Wetterinfos, Live-Tracking, 3D-Karten. (Stand: 03/2026, Quelle: support.komoot.com)
Datenschutz
Komoot verarbeitet Daten auf Servern in der EU und war zum Zeitpunkt der Recherche DSGVO-konform. Mit der Übernahme durch Bending Spoons (März 2025) hat das Unternehmen seinen operativen Sitz nach Mailand verlagert; die DSGVO-Pflichten bleiben für EU-Nutzer bestehen, da die Datenverarbeitung weiterhin im EU-Rechtsraum stattfindet. Aufgezeichnete Touren sind standardmäßig privat und können optional öffentlich geteilt werden. GPS-Aufzeichnung kann in den Einstellungen deaktiviert werden. Da Standortdaten bei jeder Tour kontinuierlich erfasst werden, sollte man bei regelmäßig wiederholten Strecken – etwa dem Arbeitsweg – abwägen, was man teilt. (Quelle: komoot.com/privacy)
Was ist neu?
Nach der Übernahme durch Bending Spoons erschien im September 2025 ein umfangreiches Redesign der Web- und App-Oberfläche. Die Navigation und Routenplanung wurden vereinfacht, der Fokus auf Fotoinhalte und Routenentdeckung gestärkt. Laut Komoot basiert das neue Design auf Feedback aus über 3.000 Nutzerumfragen.
Quelle: BikeRadar, September 2025
Seit Januar 2026 unterstützt Komoot Offline-Navigation direkt auf der Apple Watch – Routen lassen sich herunterladen und dann ohne Smartphone-Verbindung abfahren. Das ist besonders für Touren nützlich, bei denen man das Handy in der Tasche lassen will.
Quelle: Notebookcheck, Januar 2026
Recherche-Stand: März 2026
Offizielle Links
Website: Komoot – Offizielle Website
Kostenlos anmelden: Komoot – Registrierung
Preisübersicht: Komoot – Pläne und Preise
Datenschutz: Komoot – Datenschutzerklärung
