Wenn jemand deine Daten missbraucht – so schützt du dich wirksam und ohne Panik
Antwort: Beim Identitätsdiebstahl verwenden andere deine persönlichen Daten – z. B. Name, Adresse oder E-Mail – um sich für dich auszugeben. Warnzeichen sind fremde Rechnungen, Mahnungen oder Anmeldungen, die du nicht selbst vorgenommen hast.
Was bedeutet Identitätsdiebstahl – ganz konkret?
Stell dir vor: Du bekommst plötzlich eine Rechnung für ein teures Handy – obwohl du gar keines bestellt hast. Oder du willst dich bei deinem Online-Konto anmelden, aber dein Passwort funktioniert nicht mehr. Vielleicht ruft sogar ein Inkasso-Dienst an – wegen Schulden, von denen du gar nichts weißt.
All das kann passieren, wenn jemand deine persönlichen Daten verwendet – ohne dein Wissen. Das nennt man Identitätsdiebstahl.
Dabei geben sich Kriminelle im Internet als jemand anderes aus: Sie verwenden deinen Namen, deine Adresse, dein Geburtsdatum oder deine E-Mail-Adresse. So können sie auf deinen Namen Dinge bestellen, Verträge abschließen oder sogar Bankkonten eröffnen.
Wie kommen Fremde an meine Daten?
Oft passiert das ganz im Verborgenen – und ohne dass du direkt etwas falsch machst:
- Durch Datenlecks: Wenn eine Firma gehackt wird, bei der du ein Konto hast (z. B. Online-Shop oder Forum), landen deine Daten in falschen Händen.
- Durch Phishing-Mails: Dabei bekommst du eine E-Mail, die aussieht wie von deiner Bank oder einem bekannten Anbieter. Du wirst gebeten, dich „neu einzuloggen“ – gibst aber deine Daten auf einer gefälschten Seite ein.
- Durch schwache Passwörter: Viele Menschen verwenden einfache oder alte Passwörter – z. B. „Hallo123“ oder „Sommer2023“. Solche Passwörter können moderne Computersysteme in wenigen Sekunden erraten.
Was macht ein sicheres Passwort aus?
Ein gutes Passwort ist wie ein gutes Schloss: Es soll möglichst schwer zu knacken sein – aber für dich gut zu merken.
Ein sicheres Passwort:
- ist mindestens 12 Zeichen lang
- besteht aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen
- ist kein echtes Wort, das im Wörterbuch steht
„Meine erste Wohnung war 1978 in Köln-Ehrenfeld!“ → MeWw1978iK-E!
Oder: „Ich trinke morgens Kaffee mit Milch und lese die Zeitung“ → ItmKmMulZdZ!
So ein Passwort ist sicher – und du kannst es dir merken.
Typische Warnzeichen für Identitätsmissbrauch
Wenn du eines oder mehrere dieser Dinge bemerkst, solltest du sofort reagieren:
- Du bekommst eine Mahnung oder Rechnung für einen Kauf, den du nie getätigt hast.
- Du kannst dich bei einem Online-Konto nicht mehr einloggen – obwohl du dein Passwort nicht geändert hast.
- Deine Bank meldet ungewöhnliche Buchungen oder du bekommst Nachrichten von Diensten, die du nicht nutzt.
- Freunde berichten, sie hätten seltsame E-Mails von dir bekommen.
- Du bekommst Post zu Verträgen oder Anmeldungen, die du nicht kennst (z. B. Stromanbieter, Kreditkarte).
Was tun im Ernstfall – Schritt für Schritt erklärt
- Passwörter sofort ändern – bei allen wichtigen Konten: E-Mail, Bank, Online-Shops.
- Zugang sichern: Richte bei deinem E-Mail-Konto eine sogenannte Zwei-Faktor-Absicherung ein (siehe nächster Abschnitt).
- Verdächtige Rechnungen sofort schriftlich widersprechen. Hebe alles auf – am besten mit Einschreiben antworten.
- Polizei informieren: Erstatte Anzeige bei der Polizei – es geht um einen Identitätsdiebstahl.
- Verbraucherzentrale kontaktieren: Die hilft dir mit Vorlagen und rechtlicher Einschätzung.
- SCHUFA-Auskunft anfordern: So kannst du sehen, ob in deinem Namen neue Verträge abgeschlossen wurden.
Was ist Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Das ist ein zusätzlicher Schutz, der dein Konto sicherer macht.
So funktioniert’s:
- Du gibst wie gewohnt dein Passwort ein.
- Danach bekommst du z. B. eine SMS mit einem Sicherheitscode – den musst du zusätzlich eingeben.
Das bedeutet: Selbst wenn jemand dein Passwort kennt, kann er sich ohne dein Handy nicht einloggen.
Diesen Schutz bieten z. B. fast alle Banken, Google, Facebook, Amazon und viele E-Mail-Anbieter an.
Was du tun kannst, um dich dauerhaft zu schützen
- Verwende für jede Seite ein eigenes Passwort.
- Nutze einen Passwort-Manager – ein Programm, das deine Passwörter sicher speichert.
- Achte bei E-Mails und SMS auf verdächtige Links. Öffne sie nur, wenn du sicher bist, dass sie echt sind.
- Teile keine persönlichen Daten öffentlich – z. B. in sozialen Netzwerken.
Frau H. erhält einen Brief von einem Online-Händler – angeblich habe sie ein teures Smartphone bestellt. Sie ruft ihren Sohn an. Gemeinsam prüfen sie, ob fremde Abbuchungen vorliegen, ändern Passwörter und schicken einen Widerspruch.
Sie meldet den Vorfall der Polizei – und bekommt wenige Wochen später Entwarnung. Kein Schaden entstanden.
„Am Anfang war ich unsicher“, sagt Frau H. „Aber Schritt für Schritt ist alles gut gegangen.“
Was du dir merken kannst
Identitätsdiebstahl kann jeden treffen – egal wie vorsichtig man ist. Aber du kannst dich vorbereiten und im Ernstfall ruhig handeln.Sichere Passwörter, zweite Sicherheitsstufe beim Login und ein wachsames Auge helfen dir, deine Daten zu schützen.
Glossar
- Identitätsdiebstahl: Wenn jemand deine persönlichen Daten nutzt, um sich als dich auszugeben – z. B. bei Bestellungen oder Verträgen.
- Phishing: Täuschungsversuch per E-Mail oder Nachricht – oft mit dem Ziel, an deine Passwörter zu gelangen.
- Brute-Force-Angriff: Ein Computer probiert systematisch Millionen Passwort-Kombinationen aus, bis eine passt.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung: Ein zusätzlicher Schutz – z. B. ein Code per SMS –, der beim Login nötig ist.
- Passwort-Manager: Ein digitales Notizbuch, das alle deine Passwörter speichert – verschlüsselt und geschützt.
- SCHUFA: Eine Stelle, die speichert, ob jemand z. B. Kredite oder Verträge abgeschlossen hat. Jeder kann einmal pro Jahr kostenlos seine Daten einsehen.
