Ein Formular, vier KI-Systeme – so unterscheiden sich ihre Arbeitswege.
ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity beantworten eine Formularfrage nicht auf dieselbe Art. Der Unterschied liegt weniger im Ton als darin, wie du ihnen die Frage überhaupt zeigen kannst.
Formulare verstehen
Kurz & bündig
Für den Vergleich zählt nicht, welches System die freundlichere Antwort gibt – das können alle vier leidlich gut. Der Unterschied liegt in der Arbeitsweise: Kannst du ein Foto zeigen statt abzutippen? Verarbeitet das System ein ganzes Merkblatt auf einmal? Und was kostet dich das im Monat, wenn du öfter fragst als nur einmal?
Drei Wege hast du im ersten Teil gesehen: der einzelne Begriff aus dem Formular, der Screenshot vom Online-Antrag, das ganze Merkblatt. Jedes der vier Systeme geht alle drei Wege – aber nicht gleich weit. Entlang dieser drei Aufgaben lohnt der Vergleich, weil jede etwas anderes vom System verlangt: ein Wort, ein Bild, ein Dokument.
| System | Stark bei welcher Aufgabe | Kosten | Datenschutz |
|---|---|---|---|
| ChatGPT | Begriff und Screenshot: liest beides sofort, auch als Handyfoto. | kostenlos; Plus 23 €/Monat | Eingaben können fürs Training verwendet werden, lässt sich abschalten |
| Claude | Ganzes Merkblatt: nimmt ein mehrseitiges PDF in einem Rutsch. | kostenlos; Pro ab 17 US-Dollar/Monat | Trainiert laut Anthropic standardmäßig nicht mit deinen Chats |
| Gemini | Screenshot und Kamera: erklärt live am Blatt, gesprochen. | kostenlos; Google AI Plus 4,99 €/Monat | Nutzung für Verbesserungen in den Einstellungen einschränkbar |
| Perplexity | Begriff: liefert die Quelle der Ausfüllhilfe gleich mit. | kostenlos; Pro 20 US-Dollar/Monat | Eigene Übersicht zu gesammelten Daten veröffentlicht |
Stand: September 2026 (Preise laut Angaben der jeweiligen Anbieter: chatgpt.com/pricing, claude.com/de/pricing, perplexity.ai/hub/pricing, Google-Ankündigung Juni 2026)
Ein Begriff, ein Bild, ein Dokument
Für ein unklares Wort aus dem Formular genügt jedes der vier Systeme; hier entscheidet nicht die Leistung, sondern was du zurückbekommen willst. ChatGPT antwortet in ruhiger Alltagssprache und fragt nach, wenn der Feldname mehrdeutig ist. Perplexity fällt kürzer aus, hängt dafür die Seite an, aus der die Auskunft stammt – bei Begriffen, die eine Behörde selbst festlegt, ist das der Unterschied zwischen einer Erklärung und einem Beleg. Wer die Auskunft später jemandem zeigen oder selbst nachlesen will, ist damit besser bedient.
Sobald ein Bild ins Spiel kommt, trennen sich die Wege. ChatGPT und Gemini lesen einen Screenshot oder ein Handyfoto direkt und beziehen sich auf den Text, der darauf zu sehen ist. Gemini geht einen Schritt weiter: Du hältst die Kamera über das Blatt und bekommst die Antwort gesprochen, während du noch davorsitzt – praktisch, wenn beide Hände das Formular halten. Claude und Perplexity arbeiten lieber mit Text und Dokumenten; ein Bild ist dort der Umweg statt der kurze Weg.
Bei sechs Seiten mit Fußnoten zeigt sich der deutlichste Unterschied. Claude nimmt ein mehrseitiges PDF am Stück entgegen und baut daraus eine Liste mit Fundstellen, ohne dass du das Dokument zerlegst. Bei den anderen drei lohnt sich der kürzere Ausschnitt: die zwei Absätze, um die es dir geht, statt des ganzen Hefts. Das ist keine Schwäche, sondern eine andere Arbeitsweise – nur merkst du sie ausgerechnet dann, wenn das Dokument lang und die Geduld kurz ist.
Keines der Systeme kann nur das eine. Die Zuordnung sagt, wo jedes die wenigsten Umwege macht; die beiden anderen Aufgaben bewältigen alle vier ebenfalls, nur ohne die genannte Besonderheit. Wer bereits ein System nutzt und damit zurechtkommt, hat deshalb keinen Grund zu wechseln – die Frage lohnt sich erst, wenn dir dein Weg umständlich vorkommt.
Was alle vier gleich machen
Bei aller Unterschiedlichkeit endet der Vergleich an derselben Stelle: Keines der vier Systeme weiß, was in deinem Fall gilt. Sie lesen, was du ihnen zeigst, und erklären es – eine Frist, eine Zuständigkeit oder die Folge eines Eintrags steht nicht im Ausschnitt und wird deshalb bestenfalls geraten. Auch die Eingaberegel gilt für alle vier gleich: Feldname und Hinweistext genügen, ausgefüllte Angaben haben in keinem Chat etwas verloren. Und alle vier lassen sich kostenlos ausprobieren, bevor du über ein Abo nachdenkst – für ein paar Formularfragen im Jahr reicht die kostenlose Stufe in aller Regel.
Ein Letztes fällt erst nach mehreren Versuchen auf: Stellst du dieselbe Frage an zwei Tagen hintereinander, kann die Formulierung der Antwort anders ausfallen. Der sachliche Kern bleibt in aller Regel gleich, verlässlich identisch ist er bei keinem der vier Systeme – ein Grund mehr, die entscheidende Stelle im Original nachzulesen.
Was KI hier nicht kann.
Preise, Funktionsumfang und selbst Produktnamen ändern sich bei allen vier Anbietern mehrmals im Jahr. Was hier steht, ist eine Momentaufnahme von September 2026 – prüfe vor einer Kaufentscheidung die aktuelle Seite des Anbieters. Und keines der vier Systeme sagt dir, ob eine Angabe für deinen persönlichen Fall zutrifft; das bleibt bei dir oder bei der herausgebenden Stelle.
Recherche-Stand: September 2026

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