Bikemap – Fahrrad-Navigation aus Wien, die beides kann: Stadt und Tour
Was ist Bikemap?
Bikemap ist eine Navigations-App speziell für Radfahrer, die Routenplanung, Sprachnavigation und GPS-Tracking auf dem Smartphone bietet. Sie läuft auf iOS und Android sowie im Web-Browser, hat über 15 Millionen Routen weltweit und stammt aus Wien. Die Basisversion ist kostenlos; Sprachnavigation, Offline-Karten und GPX-Export erfordern ein Premium-Abo ab 39 Euro pro Jahr.
Bikemap GmbH hat seinen Sitz in Wien und entwickelt die App mit einem 14-köpfigen Team ausschließlich für Radfahrer. Als Kartenbasis dient OpenStreetMap, ergänzt um fahrradspezifische Daten wie Wegbelag, Steigungsprofile und Punkte, die für Radfahrer relevant sind – von öffentlichen Fahrradpumpen über E-Bike-Ladestationen bis zu sicheren Abstellmöglichkeiten. Gesteuert wird über eine Kartenansicht in der App oder am Computer, wo sich besonders komfortabel planen lässt.
Wo Bikemap beeindruckt
Die Datenbank mit über 15 Millionen nutzergenerierten Routen ist das Herzstück der App. In Deutschland findet sich fast überall eine erprobte Strecke anderer Radfahrer mit Bewertung, Beschreibung und Oberflächenangabe – das erspart eigene Erkundungsfahrten auf unbekannten Wegen. Die App ist ausschließlich für Radfahrer gebaut, was sich im Routing bemerkbar macht: Sie bevorzugt Radwege und ruhige Nebenstraßen und lässt sich nach Fahrradtyp anpassen (Stadtrad, E-Bike, Rennrad, Mountainbike). Der Akku-Sparmodus, der seit Sommer 2025 verfügbar ist, reduziert den Stromverbrauch bei aktiver Navigation um bis zu 60 Prozent – ein echter Unterschied auf längeren Touren.
Wo die Grenzen liegen
Sprachnavigation, Offline-Karten und der GPX-Export sind ausschließlich im Premium-Abo enthalten – die Basisversion bietet nur grundlegende Funktionen ohne gesprochene Abbiegehinweise und ohne Offline-Betrieb. Außerhalb von populären Radregionen und Ballungsräumen kann die Community-Datenbasis dünner sein als bei Komoot; wer in weniger bekannten Gegenden Touren sucht, findet dort möglicherweise wenige Nutzerbewertungen. Auch einzelne Nutzerberichte weisen darauf hin, dass die Routenführung gelegentlich Nebenstraßen statt vorhandener Radwege wählt.
Im Vergleich
Während Komoot besonders durch seine Community-Highlights und die detaillierte Tourenplanung abseits bekannter Wege überzeugt und Strava Navigation als Nebenfunktion behandelt, liegt Bikeamps Stärke in der Kombination aus einsteigerfreundlicher Bedienung, reinem Radfahrfokus und EU-Serverstandort. Für Radfahrer, die keine Sportapp und keinen Tourenspezialisten suchen, sondern eine praktische Navigations- und Planungsapp, ist Bikemap die zugänglichste Option in diesem Vergleich.
So sieht das in der Praxis aus
Die Wochenendtour mit der Seniorengruppe des Sportvereins
Als Tourenleiterin einer Seniorengruppe steht man vor der Aufgabe, eine 25- bis 30-Kilometer-Route zu planen, die für unterschiedliche Fitnesslevel geeignet ist, nicht zu viele Steigungen hat und ausreichend Rastmöglichkeiten bietet. Die bisherige Planung per ausgedruckter Karte hat regelmäßig zu Unsicherheiten geführt – Wegbeschaffenheit und Steigungen ließen sich daraus nicht ablesen.
In Bikemap lassen sich Routen nach Schwierigkeitsgrad filtern; Höhenprofil und Oberflächenangabe sind direkt in der Routenansicht sichtbar. Eine gut bewertete Strecke aus der Community zeigt auf einen Blick, ob sie auf Asphalt oder Schotter verläuft und wo der steilste Abschnitt liegt. Die ausgewählte Route lässt sich als Link teilen, sodass alle Teilnehmer sie auf ihr Smartphone laden können – die Sprachnavigation übernimmt die Führung während der Tour.
Der tägliche Arbeitsweg mit dem E-Bike
Wer täglich 12 Kilometer mit dem E-Bike pendelt, merkt schnell, dass der schnellste Weg oft über stark befahrene Straßen führt – in der Rushhour unangenehm und auf manchen Abschnitten gefährlich. Eine sichere Alternative, die trotzdem zeitlich akzeptabel ist, findet man ohne Hilfsmittel kaum.
Mit dem E-Bike-Profil in Bikemap lässt sich eine Alternative berechnen, die auf Radwegen und ruhigen Nebenstraßen bleibt. Die App zeigt dabei auch die Steigungen an – relevant für den Akkuverbrauch. Wer die Route einmal festgelegt hat, startet die Navigation morgens mit einem Tipp und folgt den Sprachansagen, ohne während der Fahrt auf den Bildschirm schauen zu müssen.
Die spontane Feierabendrunde durch unbekannte Gegend
Wer gerade erst in eine neue Stadt oder eine neue Wohngegend gezogen ist, kennt die Radwege noch nicht. Die immer gleiche Runde um den Block wird schnell langweilig, aber auf eigene Faust durch unbekannte Straßen fahren und dabei nicht wissen, ob der Weg zu einer Sackgasse oder einer Bundesstraße führt, macht wenig Freude.
In der Kartenansicht zeigt Bikemap gut bewertete Routen in der direkten Umgebung an – andere Radfahrer haben sie beschrieben und bewertet. Eine 15-Kilometer-Runde, die als besonders ruhig gilt, lässt sich direkt starten, ohne sie vorher am Computer zu planen. Die Tour wird gespeichert und kann später wiederholt oder als Ausgangspunkt für Varianten genutzt werden.
So fängst du an: Erste Schritte mit Bikemap
- Konto anlegen: Lade die Bikemap-App aus dem App Store (iOS) oder Play Store (Android), oder gehe auf bikemap.net. Die Registrierung ist kostenlos; eine Kreditkarte ist für das Basiskonto nicht erforderlich. Beim Abo-Abschluss über die Website gibt es eine 3-tägige kostenlose Testphase, über die App-Stores 7 Tage.
- Fahrradprofil einrichten: Wähle nach der Anmeldung im Bereich „Einstellungen“ oder beim Planen einer Route dein Fahrradprofil: Cityrad, E-Bike, Rennrad oder Mountainbike. Das beeinflusst, welche Wege die App bevorzugt. ⚠️ Menünamen in der überarbeiteten App-Version vor Veröffentlichung auf bikemap.net prüfen.
- Erste Route finden oder planen: Unter „Entdecken“ findest du vorhandene Routen in deiner Umgebung, filterbar nach Länge und Schwierigkeitsgrad. Alternativ tippst du im Routenplaner Start- und Zielpunkt ein und lässt die App eine fahrradfreundliche Strecke berechnen.
- Ergebnis prüfen: Öffne die Route und scrolle durch Höhenprofil, Wegbelagsinformationen und Länge. Community-Bewertungen und Beschreibungen geben einen Eindruck, was auf der Strecke zu erwarten ist.
- Navigation starten und Tour aufzeichnen: Tippe auf „Navigation starten“ für Sprachführung (nur Premium). Zum parallelen Aufzeichnen der Fahrt wähle die Aufzeichnungsfunktion. Nach der Tour lässt sich die Strecke speichern, beschreiben und optional mit der Community teilen.
Das verwirrt am Anfang – und so löst du es
Turn-by-Turn-Navigation mit Sprachansagen ist eine Premium-Funktion und in der Basisversion nicht enthalten. Wenn die Navigation stumm bleibt und kein Abo aktiv ist, liegt es daran – nicht an einem technischen Fehler. Das Abo lässt sich direkt in der App oder über bikemap.net abschließen; danach muss die App einmal neu gestartet werden, bevor die Funktion aktiv ist.
Die Standardeinstellung orientiert sich am allgemeinen Fahrradprofil. Wenn die App regelmäßig Wege vorschlägt, die für das eigene Rad ungeeignet sind – etwa Kopfsteinpflaster für ein Rennrad oder steile Rampen für ein schweres E-Bike – liegt das am eingestellten Profil. Wechsle im Routenplaner oder in den Einstellungen auf das passende Fahrradprofil; die Route wird dann neu berechnet.
GPS-Navigation verbraucht viel Strom. Bikemap hat im Juli 2025 einen Akku-Sparmodus eingeführt, der den Verbrauch bei aktiver Navigation um bis zu 60 Prozent reduziert. Den Modus findest du während einer aktiven Navigation in den Anzeigeoptionen. Alternativ hilft es, die Bildschirmhelligkeit zu reduzieren und das Smartphone im Lenkerhalter zu befestigen, damit der Bildschirm nicht dauerhaft aktiv bleiben muss.
Kosten und Datenschutz
Kosten
Die Basisversion ist kostenlos und enthält grundlegende Navigation und Routensuche, aber keine Sprachansagen und keine Offline-Karten. Das Premium-Abo kostet 9 Euro pro Monat oder 39 Euro pro Jahr; es enthält Turn-by-Turn-Navigation mit Sprachansagen, weltweite Offline-Karten, GPX-Export, Premium-Routing-Profile und 3D-Routenvorschau. Zusätzlich gibt es ein 3-Jahres-Abo. (Stand: 03/2026, Quelle: Bikemap Hilfecenter und mtb-news.de, Juli 2025)
Datenschutz
Bikemap GmbH hat seinen Sitz in Wien (Österreich) und verarbeitet Daten auf EU-Servern; das Unternehmen unterliegt der DSGVO. Aufgezeichnete Touren sind standardmäßig privat und können optional öffentlich geteilt werden. Alle persönlichen Daten und Aufzeichnungen lassen sich im Konto vollständig löschen. Da die App kontinuierlich GPS-Standortdaten erfasst, gilt auch hier: Wer regelmäßige Alltagsstrecken nicht öffentlich teilen möchte, sollte die Sichtbarkeit aufgezeichneter Touren auf „Privat“ belassen. (Quelle: bikemap.net/privacy)
Was ist neu?
Seit dem 24. Juli 2025 bietet Bikemap einen Mehrtagesplaner, mit dem sich längere Radreisen in einzelne Tagesetappen aufteilen lassen – entweder automatisch nach gewünschter Tagesdistanz oder manuell. Die Planung ist kostenlos; für Navigation und GPX-Export der fertigen Etappen wird das Premium-Abo benötigt. Laut Bikemap ist dies der einzige kostenfreie Mehrtagesplaner dieser Art am Markt.
Quelle: mtb-news.de, Juli 2025
Das iOS-Update vom Juli 2025 führte einen Akku-Sparmodus ein, der den Stromverbrauch bei aktiver Navigation um bis zu 60 Prozent senkt. Das Update vom August 2025 ergänzte eine 10-Tage-Wettervorhersage inklusive Wind- und Niederschlagsangaben direkt für die geplante Route sowie eine Booking.com-Integration, mit der sich Unterkünfte unterwegs auf der Karte anzeigen und buchen lassen.
Quelle: Bikemap App Store – Versionsverlauf, Juli/August 2025
Recherche-Stand: März 2026
Offizielle Links
Website: Bikemap – Offizielle Website
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Preisübersicht: Bikemap – Premium
Datenschutz: Bikemap – Datenschutzerklärung
