Erste Schritte mit KI
Serie: Erste Schritte mit KI · Beitrag 8 von 10
Was ist Canvas und muss ich das nutzen?
Canvas ist eine zweite Fläche, die sich – je nach KI-System – automatisch öffnet, wenn man längere Texte schreiben oder bearbeiten lässt. Es ist kein eigenes Programm, keine neue App. Man muss es nicht nutzen – aber wer es kennt, kann es sinnvoll einsetzen.
Die zweite Fläche die plötzlich erscheint
Wer ChatGPT oder Claude eine Aufgabe gibt, bei der ein längerer Text entsteht – zum Beispiel einen Brief, einen Aufsatz oder eine Zusammenfassung – erlebt manchmal folgendes: Auf der rechten Seite des Bildschirms öffnet sich ein neuer Bereich, in dem der Text erscheint. Das ist Canvas. Auf der linken Seite bleibt das Gespräch sichtbar, auf der rechten entsteht der Text.
Wozu Canvas gut ist
Im normalen Chat verschwindet eine KI-Antwort, wenn man weiterscrollt. Canvas hingegen bleibt geöffnet und ist immer sichtbar. Man kann darin selbst tippen und ändern – ganz wie in einem einfachen Texteditor. Und gleichzeitig kann man im Chat nebenan der KI sagen: „Mach den zweiten Absatz kürzer“ oder „Füg einen freundlicheren Abschluss ein“ – und die Änderung erscheint direkt im Canvas-Bereich.
Das ist nützlich, wenn man einen Text schrittweise entwickeln möchte: erst eine grobe Version, dann Verbesserungen, dann Feinschliff – ohne immer wieder nach oben scrollen zu müssen.
Canvas gibt es bei ChatGPT – dort heißt es auch Canvas. Bei Claude heißt die entsprechende Funktion Artifacts und arbeitet ähnlich, aber etwas anders: Claude öffnet einen separaten Block für den fertigen Text. Bei Gemini und Copilot gibt es vergleichbare Funktionen unter anderen Namen. Es öffnet sich nicht bei jeder Anfrage – nur wenn die KI das sinnvoll findet, meist bei längeren Texten. Wer es nicht sieht, hat nichts verpasst – es erscheint, wenn man es braucht.
Was man damit machen kann
Man kann den Text im Canvas direkt bearbeiten – einfach anklicken und ändern, wie in Word oder einem Notizprogramm. Man kann der KI im Chat Anweisungen geben, die sich auf den Canvas-Text beziehen. Wenn man fertig ist, kann man den Text markieren, kopieren und irgendwoanders einfügen – in eine E-Mail, ein Dokument, eine Nachricht.
Bei ChatGPT: Einfach schreiben „Schreib mir einen kurzen Brief und zeig ihn im Canvas“ – das System öffnet den Bereich meist von selbst. Bei Claude: „Erstelle das als Artifact“ funktioniert entsprechend.
Als nächstes: KI klingt beeindruckend – und das ist sie oft auch. Aber sie macht Fehler. Manchmal erfindet sie Dinge, die sich wie Fakten anhören, aber nicht stimmen. Warum das so ist und wie man damit umgeht, erklärt der nächste Beitrag.
