Meine Daten und KI – was passiert wirklich damit?

Kapitel 04
Notizbuch, Briefumschlag und Schlüssel als ruhiges Symbol für Datenschutz bei KI.

Erste Schritte mit KI

Serie: Erste Schritte mit KI · Beitrag 4 von 10

Kurz & bündig
Darf KI meine Daten zum Training nutzen?
In der kostenlosen Version: ja, bei den meisten Systemen. Das bedeutet, dass die Betreiber schauen können, was du geschrieben hast – um damit das System zu verbessern. Was das konkret heißt, wann das kein Problem ist und wann man lieber aufpasst, erklärt dieser Beitrag.

Kostenlos hat immer einen Preis – nur keinen in Euro

Wer ein KI-System kostenlos nutzt, fragt sich vielleicht: Warum machen die das? Ein Unternehmen, das Server betreibt, Ingenieure bezahlt und ein System für Millionen Menschen kostenlos anbietet – das hat irgendwo eine Gegenleistung. Und die besteht oft darin, dass die Gespräche für das Training des Systems genutzt werden dürfen.

Was Training bedeutet

KI-Systeme lernen, indem sie unglaublich viele Texte „lesen“ – Millionen von Beispielen, wie Menschen fragen und was gute Antworten sind. Diesen Prozess nennt man Training. Wenn ein Unternehmen deine Gespräche für das Training nutzen darf, dann bedeutet das im Wesentlichen: Ein Mensch oder eine Software könnte sich anschauen, was du geschrieben hast, um zu prüfen ob die Antwort des Systems gut war.

Kein Mitarbeiter sitzt dabei und liest jeden deiner Sätze. Aber ausschließen lässt sich nicht, dass jemand Einblick nehmen kann – zumindest in der kostenlosen Version.

Was man lieber nicht ins Chatfenster tippt
Passwörter, Kontodaten, Ausweisdaten, Krankengeschichten, Probleme anderer Menschen ohne deren Wissen – das alles hat in einem KI-Chatfenster nichts zu suchen. Nicht weil jemand mitlesen würde, sondern weil man nie vollständig sicher sein kann, wie Daten gespeichert und genutzt werden. Ein guter Grundsatz: Nichts eingeben, was man nicht auf einer Postkarte schreiben würde.

Wann das kein Problem ist

Für das meiste, womit Menschen KI im Alltag nutzen, spielt das Training keine Rolle. Eine Frage zu einem Rezept, eine Bitte um Erklärung, ein kurzer Text für eine Geburtstagskarte, eine Übersetzung – das sind Dinge, bei denen es schlicht nichts zu schützen gibt. Wer KI so nutzt, muss sich über Training keine Gedanken machen.

Wie man das Training abstellen kann

Alle großen Systeme bieten in den Einstellungen die Möglichkeit, das Training mit eigenen Daten abzuschalten. Die Option heißt je nach System anders – bei ChatGPT zum Beispiel unter Einstellungen → Datenkontrolle – aber sie ist vorhanden. Wer ganz sicher sein will, dass seine Gespräche nicht für das Training genutzt werden, schaltet das einfach aus. Es kostet nichts und verändert die Nutzung nicht.

Bezahlte Version – mehr Schutz von Haus aus
In der bezahlten Version wird das Training mit eigenen Daten bei den meisten Anbietern standardmäßig abgeschaltet. Das ist einer der weniger genannten, aber echten Vorteile eines Abos – gerade für Menschen, die KI auch für persönlichere Dinge nutzen möchten.

Als nächstes: Wer ein Abo abschließen möchte, steht vor der Wahl zwischen monatlich und jährlich – und viele klicken auf das günstigere Angebot, ohne zu merken was das bedeutet. Der nächste Beitrag erklärt den Unterschied und warum es am Anfang fast immer klug ist, monatlich zu wählen.

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